Historie

 

 


Ende der achziger Jahre des vorigen Jahrhunderts suchte ein Lehrerehepaar eine neue Aufgabe für sich. Nach zwanzig Jahren Schuldienst hatten beide die Lust an der Pädagogik verloren. Die Idee war ein Eiscafe aufzubauen, zu DDR Zeiten eine sehr profitable Angelegenheit bei der sich mehr Geld verdienen liess als im Schulwesen. Aber vor den Erfolg hatten die Götter die DDR-Bürokratie gesetzt. Heute gibt es die Ämter, damals die TöB s (Träger öffentlicher Belange). Da hiess es die Insel abfahren. Telefon hatte ja damals fast keiner. Energieversorgung, Küstenschutz, Wasserversorgung, usw. usw. Schliesslich und endlich scheiterte alles an der Abwasserfrage. Die Abwässer liefen ja damals ungeklärt in die Ostsee. Die beiden wollten schon aufgeben, aber dann kam die Wende.


Auch jetzt war es noch nicht so einfach, die Behörden befanden sich in der Umstellung. Auf der Gewerbegenehmigung prangt noch der Stempel mit Hammer und Zirkel, während die Umbaugenehmigung schon vom Landkreis Rügen erteilt wurde. Aber immerhin es ging vorwärts. Und dann kam auch Hilfe und Untersützung. Ein Herr Venker aus Stuttgart, der in Dettmannsdorf-Kölzow eine kleine Eisgeräte-Filiale aufgemacht hatte, plante die Einrichtung und gab viele  Tipps. Natürlich wurde alles gut bezahlt. Aber er war auch ziemlich gutmütig und grossherzig, und bald darauf  pleite. Viel zu verdanken haben die beiden auch dem Architekten Herrn Jacobsen. Wenn sie alles hätten bezahlen müssen, was der Chef so an Flausen im Kopf hatte (und planen liess) wären sie damals sicher ruiniert gewesen. 


Aber so konnte es am 22.Juni 1991 endlich losgehen. Chaotisch natürlich. Mit einem Freund kauft der Chef am Vortag noch Tassen und Teller im Landwarenhaus Sagard und bestellt zehn Torten bei der örtlichen PGH ( Produktionsgenossenschaft des Handwerks ). Sechs davon hat er dann drei Tage später in den Müll entsorgt. Zwei hat der Sohn Andreas für seine Arbeitskollegen nach Mukran mitgenommen. Geöffnet war zwölf Stunden lang und dann machte der Chef noch Eis. Manchmal bis früh um Sechs. Zum Glück haben alle diese Zeit überlebt. 1996 stieg dann Sohn Andreas mit ins Geschäft ein. Seine Ausbildung zum Restaurantfacharbeiter bei der Familie Sorge konnte der Chef schon selbst finanzieren.


Das Eiscafe Arkonablick boomte. Die tolle Lage, das gute Eis, die gute Entwicklung von Glowe zum Familien-Badeort taten ein Übriges. Der Ausbau von vier Fereinwohnungen als zweites Standbein ermöglichten es dann Ende der neunziger Jahre mehr Personal zu beschäftigen und die älter werdende Gründergeneration zu entlasten. So etwa in 2004 hat dann der damalige Bürgermeister Uwe Radeisen dem Chef vorgeschlagen, auch noch in die Stradkorbvermietung einzusteigen. Anfangs etwas skeptisch, ist ihm der Chef heute ziemlich dankbar. Mit diesem dritten Standbein kann er dann mal vielleicht in ein paar Jahren in den Ruhestand treten. Denn wenn es auch viele nicht glauben werden. Im Eisgeschäft kann man heutzutage nicht mehr reich werden. Zuviele wollen von dem kleinen Kuchen noch was abhaben. Inzwischen ernährt das kleine Eiscafe auch schon fast zehn Personen und über Steuern und Abgaben vielleicht noch mehr .
Aber die beiden meinen, dass man da auch ein bisschen stolz drauf sein kann…. 



Versorgung zu DDR-Zeiten, gleich nebenan.




so fing es an:




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